‚Am Rand der Demokratie‘

… so heisst  der Oscar-nominierte Dokumentarfilm von Petra Costa. Seit seiner Nominierung versucht die brasilianische Regierung dieses gesellschaftskritische Werk zu diskreditieren. Von Peter B. Schumann Die Kampagne hat in den letzten Tagen zugenommen. Sie ist Teil eines Kulturkampfes, den die Regierung Bolsonaro gegen alle progressiven Ausdrucksformen unternommen hat. Kurz vor der Preisverleihung haben deshalb mehr als 2.000 brasilianische…

Cervantes trifft Lateinamerika | Cervantes y América Latina se dan cita

Ein Gespräch mit Ignacio Olmos und Michi Strausfeld | Una charla con Ignacio Olmos  y Michi Strausfeld Desde la década de los años 70 del siglo pasado, Michi Strausfeld viene divulgando la novela latinoamericana en Alemania y haciendo conocidos a sus autores. En septiembre de 2019 publicó su libro “Gelbe Schmetterlinge und die Herren Diktatoren”, un…

La charla con Gabriela Riveros – un epílogo

A pesar de la lluvia y el viento quisimos ir a escuchar lo que Gabriela Riveros iba a relatarnos acerca de su reciente novela Destierros, el “libro gemelo” de su poemario En la orilla de las cosas. Ambas obras se publicaron simultáneamente, la una en México, la otra en España. En 2013, cuando decidió escribir…

‚El Cervantes tiene un corazón panhispánico‘

Als im März 2003 das Instituto Cervantes seine Türen in Berlin öffnete, weihte Mario Vargas Llosa die nach ihm benannte Bibliothek im Haus ein.  Für Ignacio Olmos, den Gründungsdirektor, war es ein gutes Omen, dass die Bibliothek eines spanischen Kulturzentrums  von keinem spanischen Schriftsteller eröffnet wurde, sondern von einem peruanischen.

Antígona González

In der Provinz Tamaulipas, die mit inzwischen mehr als sechstausend Verschwundenen einen traurigen Rekord hält, meldete sich 2012 die Lyrikerin Sara Uribe mit einem Theatermonolog zu Wort, in dem der antike Antigone-Stoff im Kontext des Narco-Kriegs eine Umdeutung erfährt. Um ihren Bruder beerdigen zu können, muss ihn Uribes Antígona González erst einmal finden. denn ihr…

Die Indigenen und der mangelnde Wille politischer Eliten

Die ILO-Konvention 169 ist das einzige international völkerrechtlich verbindliche Instrument zur Durchsetzung der Rechte indigener Völker. Sie ist  1989 auf der damaligen Generalversammlung  der Internationalen Arbeitsorganisation  ILO verabschiedet worden und 1991 in Kraft getreten. Sie wurde von 22 Ländern ratifiziert. 1995 auch von Honduras. Zumindest auf dem Papier.

Muttersprache auf Zeit

Die Romane des Guatemalteken Eduardo Halfon sind Gäste auf Dauer in der Bibliothek des IAI. Halfons polnischer Boxer  hatte 2014 außerdem einen Auftritt ohne Autor im derzeit ruhenden Literarischen Terzett  der „Freunde des IAI“. Nun aber ist der Schriftsteller selbst zu Gast.

Arguedas im Wrangelkiez

Unter dem Motto Ein Wayño für José María / Un wayño para José María hat die Berliner Gruppe Ríos Profundos am 18. Januar 2020 den Geburtstag eines der bedeutendsten peruanischen Schriftsteller und Anthropologen, José María Arguedas (1911–1969), gefeiert. Die alljährliche Hommage an Arguedas, dem literarischen ‚Entdecker′ der ländlichen andinen Welt, der mit seinen Studien, Romanen…

Deutsche Wirtschaft und Lateinamerika

Der Lateinamerika-Verein (LAV) Hamburg bietet im ersten Quartal des Jahres 2020 eine Reihe von Veranstaltungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen an. Hier ein Überblick: Freitag, 17. Januar 2020, 9:30 – 11:00 Uhr, Berlin Der LAV organisiert gemeinsam mit Apex-Brasil am 17. Januar 2020 in Berlin im Rahmen des Global Forum für Food and Agriculture (GFFA) das Fachpodium „Latin…

Freitags in Chile – Revolte

Seit Mitte Oktober 2019 wird in Santiago de Chile jeden Freitag demonstriert. Im ganzen Land wurden Einkaufszentren niedergebrannt, Banken, Hotels und Polizeireviere zerstört. Neue soziale Akteure, fern der Parteien und Institutionen, haben die chilenischen Eliten in Angst und Schrecken versetzt. Sie fordern ein neues Gesellschaftsmodell und haben für März 2020, nach dem  Ende der chilenischen…

Frohe Festtage in guter Begleitung

Das letzte Wort in diesem Jahr hat, wie auch schon im vergangenen Jahr, Fernando Campoamor, der kubanische Journalist und Freund Hemingways. In den 1950er Jahren gehörte Campoamor  (1914-2002) zum Zeitungsrauschen in Havanna  wie die Statue der Giraldilla zur Spitze des Castillo de La Real Fuerza. Zu den Festtagen beschenkt er uns in diesem Jahr mit…

Juan Donoso Cortés – Vordenker moderner Diktaturen

Juan Donoso Cortés (1809-1853), spanischer Ultrareaktionär der Vormärzzeit, gehört neben Carl Schmitt, Ernst Jünger und Oswald Spengler zur Nachttischlektüre der neuen Rechten. Denn der spanische Staatsphilosoph steuert zur Restrukturierung einer autoritären Gesellschaft  geistesgeschichtlich die kausale Verbindung von Aufklärung und gesellschaftlichem Verfall bei; dargelegt in seinem Hauptwerk, dem „Essay über den Katholizismus, den Liberalismus und den Sozialismus“.