Alba statt Boom

Texte, die den gefestigten Klischees von Lateinamerika nicht entsprechen, scheinen nur in Ausnahmefällen für das, was sich deutsche Verlagshäuser unter „dem deutschen Leser“ vorstellen, interessant zu sein.

Lydia Cacho Ribeiro | mexikanische Investigativjournalistin

Lydia Cacho Ribeiro hat über dreißig Jahre als Redakteurin, Moderatorin und Kolumnistin für zahlreiche nationale wie internationale Medien gearbeitet. Sie berichtete über Menschenhandel, organisiertes Verbrechen, Drogenhandel, sexuelle Gewalt und Korruption. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Journalistennetzwerks von Mexiko, Mittelamerika und der Karibik sowie Sonderbotschafterin des UN-Büros für Drogen- und…

Transatlantisches Reisen

Die Dauer der Überfahrt von Europa nach Amerika hat sich im Laufe eines Jahrhunderts folgendermaßen verringert: Im Jahre 1801 stellte der einer Hamburger Reederei gehörige Dreimaster „Hoffnung“ mit der Reisedauer von 30 Tagen einen Rekord auf. Bis dahin hatten Segelschiffe im Durchschnitt 33 Tage zum Kreuzen des Ozeans gebraucht. Bereits 18 Jahre später, 1819, brauchte…

„Was ist los in Lateinamerika?“

In den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts nährten die Länder Lateinamerikas die Hoffnung, dass das globalisierte Zeitalter eines der partnerschaftlichen Beziehungen  sein könnte. Vielen Menschen ging es besser, dank guter Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt wurden soziale Wohltaten ausgeteilt. Mehrere Länder arbeiteten ihre Militärdiktaturen auf, leiteten Friedensprozesse ein, stärkten die Zivilgesellschaften und die Frauenrechte.

Endstation Tapachula

Der Dokumentarfilm-Regisseur Uli Stelzner ist dafür bekannt, dass er seine Filme nicht nur für ein europäisches Publikum produziert. So richtet sich auch  „Asalto al sueño„, sein 2006 gedrehter Film über die Reise der zentralamerikanischen Migrant*innen gen Norden durch Mexiko, an die Protagonisten selbst. Nicht, um sie abzuschrecken, sondern um sie darauf vorzubereiten, was sie bereits…

‚Südamerika kommt nicht zur Ruhe‘

Machtwechsel in Argentinien, Proteste in Chile, Volksaufstand in Ecuador, gesellschaftlicher Zusammenbruch in Venezuela. Südamerika befindet sich im Krisenmodus.   In der Sendung „Tagesgespräch“ des Schweizer Rundfunks liefert der Südamerika-Experte Wolf Grabendorff  („Freunde des IAI“) die Analyse dazu.

Carlos Franz schreibt in der FAZ

Morgen, Mittwoch, 30. Oktober 2019, wird der chilenische Autor Carlos Franz zu Gast im IAI sein und über seinen soeben auf Deutsch erschienenen  Roman „Das Quartett der Liebenden“ sprechen.  Heute ist in der FAZ ein empfehlenswerter Beitrag des Autors zu den Protesten in seiner Heimat Chile zu lesen: „Das Wissen um Ungerechtigkeit entschuldigt nicht den…

Das eine Buch des Hercule Florence!

Hercule Florence ist ein Multitalent aus dem 19. Jahrhundert. Er ist Erfinder der Zoophonie, Entwickler eines Notationssystems für Vogelstimmen und Vorreiter der Fotografie. 1825 bewarb er sich bei Georg Heinrich von Langsdorff, dem

Spuren indigener Perspektiven auf der Frankfurter Buchmesse

Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hat in diesem Jahr der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado für sein Lebenswerk entgegengenommen. „Meine Sprache ist das Licht„, sagte Salgado in seiner anschließenden Rede, in der er den indigenen Völkern Lateinamerikas dankte, dass er ihr Leben  dokumentieren durfte. Denn die Perspektive, aus der das Licht auf ihr Leben fiel, ist…

Kautschuk – Mythologie und Wirklichkeit

Werner Herzogs 1982 gedrehter Spielfilm ‚Fitzcarraldo‚ über einen Kautschuk-Baron, der  einen Flussdampfer  durch den peruanischen Dschungel transportieren ließ, hat eine reale Vorlage: Carlos Fermín Fitzcarrald López (1862-1897), ein peruanischer Kautschukhändler, der während des Kautschukbooms  im riesigen Gebiet zwischen den Flüssen  Ucayali und Madre de Dios die tropischen Regenwälder kontrolliert  und mit Gewalt die indigene Bevölkerung zur Zwangsarbeit in…

Krise in Ecuador

Die Einladung zur Jahreskonferenz des Lateinamerika-Vereins in Frankfurt a. M.  musste Präsident Lenín Moreno  absagen, da er sich mit den größten Massenprotesten seit dreißig Jahren in seinem Land konfrontiert sah. Die Unruhen hatten sich an den stark gestiegenen Treibstoffpreisen entzündet.