Mit den Waffen der Stasi

Die Euskadi Ta Askatasuna (ETA) wurde 1959 während der Franco-Diktatur von einigen Studenten der Jesuitenuniversität von Bilbao  gegründet.  Das Ziel, die Unabhängigkeit des Baskenlandes, wurde von Anfang an mit gewalttätigen Aktionen verfolgt. Auch in der Ära nach Franco, im demokratischen Spanien, setzte die baskische Terrororganisation (bis 2011) ihre Anschläge fort. Sie kosteten über 800 Menschen das Leben. Für den Nachschub an Waffen sorgten Kontakte zu internationalen Terroristen wie Illich Ramírez Sánchez, bekannt als Carlos, der Schakal. 1980 arrangierte Carlos in Ost-Berlin im Auftrag des libyschen Geheimdienstes einen umfangreichen Waffenkauf für die ETA. Das heisst, die baskische Terrororganisation erhielt mindestens einmal Waffen aus den Beständen der DDR. Dass darüber hinaus direkte Stasi-Kontakte zur ETA bestanden, ist eine Vermutung, die der ehemalige DDR-Spionagechef Markus Wolf  in seinen 1997 veröffentlichten Erinnerungen bestärkte: „Ende der 70er Jahre waren das Ministerium und meine Abteilung in eine Reihe von Allianzen mit Kräften verwickelt, die Terror als eine Taktik benutzten.“ Neben der RAF, der irischen IRA, der PLO, der Abu Nidal Gruppe und Carlos, nennt Markus Wolf auch den Namen der baskischen Terrororganisation. 

Der in Berlin lebende Literaturwissenschaftler, Autor und Übersetzer  Ibon Zubiaur bekam 2018 vom Centro para la Memoria de las Víctimas del Terrorismo im baskischen Vitoria-Gasteiz den Auftrag, die Dokumente im Stasi-Unterlagen-Archiv Berlin (BStU) auf diesen Verdacht hin auszuwerten. Die Analyse der Akten, die spannende Einsichten liefert,  wird Ibon Zubiaur am Mittwoch, den 25.9.2019, im Ibero-Amerikanischen Institut vorstellen. 

Stasi und ETA – ein Mythos der deutsch-spanischen Geschichte | Ein Vortrag von Ibon Zubiaur | Mittwoch, 25.9.2019, 18.00 h | Simón-Bolívar-Saal, Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin | Sprache: deutsch | Eintritt frei

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Eine Veranstaltung der ‚Freunde des IAI‘ in Kooperation mit dem Ibero-Amerikanischen Institut

 

Foto: via Wikimedia Commons

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