Endstation Tapachula

Der Dokumentarfilm-Regisseur Uli Stelzner ist dafür bekannt, dass er seine Filme nicht nur für ein europäisches Publikum produziert. So richtet sich auch  „Asalto al sueño„, sein 2006 gedrehter Film über die Reise der zentralamerikanischen Migrant*innen gen Norden durch Mexiko, an die Protagonisten selbst. Nicht, um sie abzuschrecken, sondern um sie darauf vorzubereiten, was sie bereits an der mexikanischen Südgrenze erwartet. Denn um dieses erste Teilstück der Reise kreist der Film. Tapachula in Chiapas ist der Ort, von dem der Zug abfährt, der die Leute durch Mexiko bringen soll. Tapachula ist auch das größte Abschiebegefängnis Mexikos – und hat zugleich eine Industrie herausgebildet, die durch Migration am Laufen gehalten wird.

Dazu Uli Stelzner:

Die Guatemalteken sind diejenigen, die in Südmexiko den Kaffee ernten, die jungen Frauen sind diejenigen, die in den Häusern arbeiten usw. Da entsteht natürlich ein Geldfluss. Und auch an manchen Migrationsrouten entstehen kleine Industrien. Die wissen, da kommt billige Arbeitskraft, die haben kein Geld mehr für die Weiterreise und dann werden die unter Vertrag genommen oder auch nicht unter Vertrag, aber ihnen wird Arbeit gegeben, die dann dort vor Ort entsteht. Das heißt, da kommt das dann schon mal vor, dass sich ein-, zwei-, dreihundert Leute an einem bestimmten Ort aufhalten. Da entstehen kleine Industrien. Und an diesen Grenzorten ist das nochmal viel heftiger. Allein schon durch den Flugbetrieb. Es gibt ja diese Billiglinien, die immer billiger werden, die von Südmexiko nach Nordmexiko fliegen. Das heißt, du hast da ein Passagieraufkommen in den diversesten Bereichen, was total viel Geld bringt. Und dann vor Ort, dadurch dass die Leute teilweise auch nicht direkt rüber gehen oder da auch hängen bleiben oder wieder zurückgeschickt werden, siedeln die sich in diesen Städten an und werden Teil der Ökonomie. Das sind dann schon Gebiete, die sich dadurch verändern.

Das vollständige Interview mit Uli Stelzner zum Nachlesen  hier .

Die „Freunde des IAI“ präsentieren „Asalto al sueño“ am Donnerstag, den 7. November 2019, um 16 Uhr,  im Lateinamerika-Institut der Freien Universität. Der Regisseur wird anwesend sein.

Asalto al sueño | 16.00 h, Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin, Raum 201, Rüdesheimer Straße 54-56, 14197 Berlin | Gespräch / Film (84 min., Spanisch mit dt. UT)

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Eine Veranstaltung der ‚Freunde des IAI‘  in Kooperation mit dem Ibero-Amerikanischen Institut und dem Lateinamerika-Institut der FU Berlin

 

Foto: ©iskacine

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