Transatlantisches Reisen

Die Dauer der Überfahrt von Europa nach Amerika hat sich im Laufe eines Jahrhunderts folgendermaßen verringert: Im Jahre 1801 stellte der einer Hamburger Reederei gehörige Dreimaster „Hoffnung“ mit der Reisedauer von 30 Tagen einen Rekord auf. Bis dahin hatten Segelschiffe im Durchschnitt 33 Tage zum Kreuzen des Ozeans gebraucht. Bereits 18 Jahre später, 1819, brauchte als erster Ozeandampfer die „Savannah“ zur Überfahrt nur noch 25 Tage, obgleich das Fahrzeug äußerst plump konstruiert war und wegen Raummangels nicht genügend Kohlen für die ganze Reise mitnehmen konnte.

1830 wurde dann von dem Engländer Cunard, nach dem die berühmte Reederei noch heute ihren Namen führt, die erste regelmäßige Dampferverbindung zwischen den beiden Kontinenten eingerichtet. Die Cunardschiffe, ebenfalls Raddampfer, legten die Strecke bereits in 18 Tagen zurück. 1848 wurde der bisherige Rekord dann durch die „Britannia“ gedrückt, die nur 14 Tage bis New York gebrauchte. Bereits 8 Jahre später, 1856, brachte es die mit Maschinen von 3600 Pferdestärken ausgestattete „Persia“ auf 9 Tage.

Mit der Einführung der Schiffschraube für die Ozeandampfer und des Stahles als Baumaterial gelang dann eine weitere Verkürzung der Reisedauer. 1860 sehen wir den ersten Schraubendampfer, den „Excelsior“, den Ozean in 8 Tagen kreuzen. 1862 brauchte der Hamburger Dampfer „Prussia“ nur noch 7 Tage. 1887 erreichte die in Deutschland erbaute „Lahn“ ihr Ziel in 6 Tagen. Die heutigen erstklassigen Ozeanriesen legen die Reise in durchschnittlich 5 Tagen zurück. Damit dürfte aber auch die Mindestzahl der Reisetage so ziemlich erreicht sein, nicht etwa, weil man nicht noch schnellere Schiffe bauen könnte, sondern weil diese sich infolge der allzuviel Platz beanspruchenden Maschinenanlagen nicht mehr rentieren würden.

 

aus Walther Kabel: „Die Dauer der Überfahrt von Europa nach Amerika“ Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgang 1913, Band 5, S. 237–238

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Häfen von Veracruz über Salvador da Bahia bis Valparaíso das Ziel von Expeditionsreisen, Sklaventransporten, Auswanderer- und Flüchtlingsschiffen. Mit dem ersten Dampfschiff ab 1838 nahmen bald regelmäßige transatlantische Linien den Verkehr auf. Neben dem Transport von Gütern und Rohstoffen begann die Blütezeit der Passagierschifffahrt. 1891 brach die legendäre Augusta Victoria der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) zur weltweit ersten „Vergnügungsfahrt“ über das Mittelmeer auf. Zahlreiche Ziele in Nord- und Südamerika folgten.

Durch die Geschichte der transatlantischen Reise von ihren Anfängen bis heute führt Nils Haupt (Hapag-Lloyd, Hamburg) im Gespräch mit Christoph Schmitt (LAV, Hamburg).

Termin und Ort: Mittwoch, 13.11.2019, 18.00 h, Hapag-Lloyd AG, Ballindamm 25, 20095 Hamburg

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Eine Veranstaltung der ‚Freunde des IAI‘  in Kooperation mit dem Ibero-Amerikanischen Institut  und dem Lateinamerika-Verein Hamburg 

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