Frohe Festtage in guter Begleitung

Das letzte Wort in diesem Jahr hat, wie auch schon im vergangenen Jahr, Fernando Campoamor, der kubanische Journalist und Freund Hemingways. In den 1950er Jahren gehörte Campoamor  (1914-2002) zum Zeitungsrauschen in Havanna  wie die Statue der Giraldilla zur Spitze des Castillo de La Real Fuerza. Zu den Festtagen beschenkt er uns in diesem Jahr mit einer kleinen Hommage an den Daiquirí:

Das Wort Daiquirí leitet sich – nach Fernando Ortiz – von den Worten baiquirí, baitiquirí oder bayaquitirí ab, Worte aus dem Osten Kubas, die alle ungefähr das Gleiche bedeuten. Quirí  stammt aus dem afrikanischen Twi und heißt Erde oder Land. Noch heute sagt man aburoquirí, Land der Weißen. Und wenn man weiß, dass baire oder bayte kreolische Ortsnamen sind, die sich wahrscheinlich von bayate ableiten – einem Baum unserer einheimischen Flora –, dann ist es nicht mehr schwer zu erraten, was Daiquirí wörtlich bedeutet. Denn wenn wir der Hypothese von Fernando Ortiz, die er in seinem afrokubanischen Glossar aufstellt, weiter folgen, hieß Daiquirí ursprünglich baitiquirí.

Und als wir einmal nach einem gemeinsamen üppigen Mittagessen mit reichlich  Schildkrötensuppe noch ein Weilchen zusammen sitzen blieben, veriet uns Don Fernando noch, dass der Cocktail, den alle Welt unter dem Namen Daiquirí kennt, seine Taufe im gleichnamigen Stadtviertel von Caney im Oriente Kubas erhielt und eine Folge des spanisch-kubanisch-amerikanischen Krieges war. Ein paar von Roosevelts Soldaten bekamen nämlich in ihrem Zeltlager Durst. Ein Rest weißer Rum, etwas Zucker mit Limone, das ganze mit Eis vermischt, lieferte ihnen den improvisierten Drink. Von dort aus machte der neuerfundene Drink zunächst die Runde durch Santiago de Cuba, dann tauchte er auch in Havanna auf. Er kam in der Bar des Hotel Plaza in Mode, wo ihn Maragato, der unvergessene Barkeeper, zum Nationalgetränk machte. Internationalen Ruhm erhielt er jedoch im Floridita. Dort hat er seinen Stammplatz unter den zehn Großen – dem Old-Fashioned, Whisky Sour, Jack Rose, Manhattan, Stinger, Martini, Champagne Cocktail, Scotch on the rocks und dem Sherry Flip.“(Coctel 1957)

Foto: Campoamor und Hemingway ©Fernando G. Campoamor

 

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