Farben in Lateinamerika

Aus der Serie: ‚Globale Wirtschaftswelten‘ Zu Zeiten der Phönizier mussten für die Gewinnung von einem einzigen Gramm Purpurrot zehntausend Meeresschnecken gesammelt werden. Nach dem Niedergang des byzantinischen Reiches wurden Meeresschnecken durch Schildläuse ersetzt, die im Mittelmeerraum auf den Blättern der Kermeseiche leben.  Als im 16. Jahrhundert die Spanier Mexiko eroberten, lernten sie dort ein noch kräftigeres…

Blowup: San Martín in Berlin

Über die urbanen Räume der Hypermoderne und Formen ihres literarischen Erfassens. Ein Dialog zwischen Alan Pauls und Max Czollek. Alan Pauls Romane spielen in Buenos Aires. Die Metropole ist auch Handlungsort seiner Romantrilogie über die 1970er Jahre in Argentinien:  Historia del llanto (2007; dt. Geschichte der Tränen, 2010)  Historia del pelo (2010; dt. Geschichte der Haare,…

War Gilberto Bosques wirklich ein Held?

Wie kein anderer versinnbildlicht Gilberto Bosques, mexikanischer Generalkonsul in Marseille von 1940 bis 1942,  den  Mythos des solidarischen und aufnahmebereiten Mexikos, das zu einem Zeitpunkt, in dem der Welt das Schicksal der europäischen Juden und politisch Verfolgten gleichgültig war, viele zehntausend Exilsuchende ins Land ließ.

Recycling mit künstlerisch-literarischem Mehrwert!

Was verbindet Nora Bossong, Reinaldo Arenas und Timo Berger? Ihre Werke wurden bei Eloísa Cartonera herausgebracht. Der argentinische Verlag hat ein soziales Projekt in ein künstlerisch-literarisches Programm verwandelt, mit dem er auf dem internationalen Buchmarkt ein Alleinstellungsmerkmal genießt: Die Texte werden meist fotokopiert oder auf der kleinen hauseigenen Druckerpresse gedruckt, die Seiten anschließend in einen…

Backlash in Lateinamerika?

Dem außenpolitischen Betrachter zeigt sich die politische Landkarte Lateinamerikas grundlegend verändert. Wo vor zehn Jahren noch progressive Regierungen die Wahlen gewannen, haben mittlerweile rechtskonservative Politiker das Regierungsruder übernommen. Was sind die Gründe?

Brasilien 1968

Das Jahr, in dem die politische Zensur die Populärmusik entdeckte Nach dem Putsch im Jahr 1964 hatte das brasilianische Militär die populäre Musik des Landes noch eine ganze Weile nicht auf dem Radar. Vielmehr begrüßte es die lukrative Entwicklung in der Musikindustrie in Form eines wachsenden Schallplattenmarkts. Zumal sich die steigenden Verkaufszahlen der Beliebtheit von…

Über brasilianisches Theater in Zeiten militärischer Unterdrückung

Ein Vortrag von Henry Thorau Am Dienstag, 27. November, 18 Uhr,  im Simón-Bolívar-Saal des IAI Vor genau 50 Jahren, am 1. Dezember 1968,  verschärfte sich in Brasilien mit der Verabschiedung des  sogenannten ‚Fünften Institutionellen Akts‘ die Militärdiktatur. Die staatsbürgerlichen Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt, die Verfassung aufgehoben, kulturelle Entfaltungsmöglichkeiten massiv eingeschränkt und  Presse- sowie  Versammlungsfreiheit…

Schwerpunktthema Brasilien | Fortsetzung

Die Veranstaltung zum Wahlausgang in Brasilien füllte in der vergangenen Woche die Reihen des Simón-Bolívar-Saals im IAI. Der politische Rechtsruck, den das Land mit der Wahl Bolsonaros zum Präsidenten vollzogen hat, bringt das Militär plötzlich wieder als potentiellen politischen Akteur ins Spiel.