Transatlantisches Reisen

Die Dauer der Überfahrt von Europa nach Amerika hat sich im Laufe eines Jahrhunderts folgendermaßen verringert: Im Jahre 1801 stellte der einer Hamburger Reederei gehörige Dreimaster „Hoffnung“ mit der Reisedauer von 30 Tagen einen Rekord auf. Bis dahin hatten Segelschiffe im Durchschnitt 33 Tage zum Kreuzen des Ozeans gebraucht. Bereits 18 Jahre später, 1819, brauchte…

Kautschuk – Mythologie und Wirklichkeit

Werner Herzogs 1982 gedrehter Spielfilm ‚Fitzcarraldo‚ über einen Kautschuk-Baron, der  einen Flussdampfer  durch den peruanischen Dschungel transportieren ließ, hat eine reale Vorlage: Carlos Fermín Fitzcarrald López (1862-1897), ein peruanischer Kautschukhändler, der während des Kautschukbooms  im riesigen Gebiet zwischen den Flüssen  Ucayali und Madre de Dios die tropischen Regenwälder kontrolliert  und mit Gewalt die indigene Bevölkerung zur Zwangsarbeit in…

Mit den Waffen der Stasi

Die Euskadi Ta Askatasuna (ETA) wurde 1959 während der Franco-Diktatur von einigen Studenten der Jesuitenuniversität von Bilbao  gegründet.  Das Ziel, die Unabhängigkeit des Baskenlandes, wurde von Anfang an mit gewalttätigen Aktionen verfolgt. Auch in der Ära nach Franco, im demokratischen Spanien, setzte die baskische Terrororganisation (bis 2011) ihre Anschläge fort. Sie kosteten über 800 Menschen das…

Venezuela: Wissenschaftliches Leben am gesellschaftspolitischen Abgrund |la vida académica en el abismo socio-político

Der Literaturwissenschaftler Luis Miguel Isava berichtet über den universitären Alltag in Caracas. El investigador literario Luis Miguel Isava reporta sobre la cotidianidad universitaria en Caracas In einem Land, dessen Strukturen in allen Bereichen nahezu zusammengebrochen sind, dürfte es sehr schwierig sein, einen auch nur halbwegs geordneten Lehr- oder Studienbetrieb aufrechtzuerhalten. Die öffentlichen Hochschulen haben es…

Poetas venezolanos

La poesía venezolana ha sido tal vez la que menos difusión ha conocido entre las escritas en el continente hispanoamericano. Sin embargo, la reciente diáspora de intelectuales y estudiosos de la literatura venezolana han sido los elementos que han despertado un creciente interés en ella.

‚El Cubano Global‘

Was die von ihr in die Literatur eingeführte Bezeichnung in den Blick rücken soll, erklärt die kubanisch/US-amerikanische Autorin Ruth Behar hier:

Jünger Bolaño

Als wohl wichtigsten Autoren der lateinamerikanischen Literatur des 21. Jahrhunderts bezeichnet die Berliner Lateinamerikanistin Susanne Klengel (LAI/FU) den chilenischen Schriftsteller Roberto Bolaño. Als Meister der Camouflage, der seine Leser gezielt vor Rätsel stellt und abgründige Szenarien latenter Gewalt schafft, die sich nicht immer spielerisch und ironisch auflösen, sondern bisweilen in extreme Gewalt umschlagen.

Erinnerung versus Geschichte – eine mexikanische Kontroverse

Als die mexikanische Geschichtswissenschaftlerin  Daniela Gleizer vor einigen Jahren in einem Aufsatz das  Bild des Diplomaten Gilberto Bosques revidierte, der als eine Art ‚mexikanischer Schindler‘ in die Geschichtsbücher eingegangen war, erntete sie viel Kritik. Besonders scharf wurde sie von der mexikanischen Filmemacherin Lillian Lieberman angegriffen, die 2010 den Film „Visa al Paraíso“ gedreht hat; eine…

Die Lieblingsbücher der Berliner Latino-Autoren

Die in Berlin lebende Schriftstellerin Esther Andradi lädt Kollegen und Kolleginnen zur gemeinsamen Lektüre in die Kreuzberger Buchhandlung andenbuch ein. Gelesen wird  nicht aus den eigenen Werken, sondern aus Büchern, die den literarischen Werdegang der illustren Runde besonders geprägt haben. Wer hin und wieder die Veranstaltungen der ‚Freunde des IAI‘ besucht, wird auf vertraute Namen treffen….

„Manchmal waren wir so durcheinander, dass wir die Sängerin krähen und den Hahn Tangos singen ließen“

… erinnert sich – Jahrzehnte später – der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes an die Zusammenarbeit mit Gabriel García Márquez im Jahr 1964, als sie  gemeinsam das Drehbuch zu der Verfilmung von Juan Rulfos Erzählung El Gallo de Oro verfassten. Am Ende hätte ihn ‚Gabo‘ gefragt: Wollen wir wirklich den mexikanischen Film retten oder doch lieber unsere Romane…