War Gilberto Bosques wirklich ein Held?

Wie kein anderer versinnbildlicht Gilberto Bosques, mexikanischer Generalkonsul in Marseille von 1940 bis 1942,  den  Mythos des solidarischen und aufnahmebereiten Mexikos, das zu einem Zeitpunkt, in dem der Welt das Schicksal der europäischen Juden und politisch Verfolgten gleichgültig war, viele zehntausend Exilsuchende ins Land ließ.

Mexikos Architekten planen die Stadt der Zukunft

Was wäre, wenn wir die USA und Mexiko nicht länger als zwei getrennte Staaten betrachten, sondern uns stattdessen mit ihrer gemeinsamen Geschichte, Kultur und Wirtschaft auseinandersetzen und sie als Teile einer einzigen Region auffassen würden? Diese Frage stellten die mexikanische Architektin Tatiana Bilbao und ihr New Yorker Kollege Nile Greenberg.

„Der goldene Hahn“

„El gallo de oro“ (1964) – ein Klassiker des mexikanischen Kinos – basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Juan Rulfo, die in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Der goldene Hahn“ 1984 bei Hanser erschienen ist. Rulfo erzählt hier die Geschichte des bettelarmen Dionisio Pinzón aus San Miguel de Milagro, der durch einen außergewöhnlichen Hahn  zu…

Als General Pershing Jagd auf Pancho Villa machte

Die Anfänge der Militarisierung der US-Grenze mit Mexiko Bis 1916 war die Grenze zwischen den USA und Mexiko eine ‚Linie im Sand‘. Sichtbar gemacht einzig durch den Roosevelt-Korridor, einem Grenzstreifen, der im Zuge der Intensivierung transnationaler, wirtschaftlicher Beziehungen 1882 während des Porfiriats eingerichtet wurde. Er war das zivile Projekt einer befriedeten Grenze mit Grenzzoll und offiziellen…

Die letzten Llanos mesteños

Cormac McCarthys Border-Trilogie In den 1990er Jahren, als die USA die Grenze zu Mexiko technisch aufzurüsten begannen, schrieb der in El Paso lebende Gegenwartsautor Cormac McCarthy seine Border-Trilogie – die Romane All die schönen Pferde (All The Pretty Horses), Grenzgänger (The Crossing) und Land der Freien (Cities of the Plain).

Die unermüdliche Molly Molloy

Im Jahr 1995 schlugen in Ciudad Juárez die örtlichen Presse-Fotografen mit einer Foto-Ausstellung Alarm: In nur wenigen Jahren hatten sie in ihrer Stadt mehr als dreihundert Morde dokumentiert, die auf das Konto der Drogenkartelle gingen.  Mitte der 1990er Jahre nahm das Juárez-Kartell bereits 250 Millionen Dollar wöchentlich durch den Drogenschmuggel ein. Der mexikanische Anteil der…

Nachrichten von der US-mexikanischen Grenze

Brot und Spiele Die Bewohner El Albertos im zentralmexikanischen Hidalgo bieten Hauptstadt-Touristen  sogenannte caminatas nocturnas an – nächtliche Wanderungen über eine fiktive US-mexikanische Grenze, mehrere hundert Kilometer von der echten entfernt. Die Idee war 2004 aus der Not heraus geboren, als nur noch zehn Prozent der Einwohner dauerhaft im Ort lebten. Alle anderen befanden sich schon…

Die Kinderkarawane

  Im vergangenen Jahr luden die Freunde des IAI fünf Vertreter der neueren mexikanischen Schriftsteller-Generation zu einer Podiumsdiskussion ein. Thema der Veranstaltung: die Funktion von Literatur in einer von gewaltsamen Konflikten gezeichneten Gesellschaft wie der mexikanischen.  Teilgenommen hatte auch der Schriftsteller Juan Pablo Villalobos, der den literarischen Schaffensprozess  mit einer Uhr verglich, die immer ein wenig…