Brasilien: Theater gegen die Norm

In Brasilien hat mit der politischen Kehrtwende auch eine kulturelle eingesetzt. Darunter leidet vor allem jede Form von Kultur, die nicht einer bestimmten gesellschaftlichen Norm entspricht. So darf der auf der Berlinale gezeigte Spielfilm von Wagner Moura über den Revolutionär Marighella nicht gezeigt werden. Und das Theaterstück „Das Evangelium nach Jesus, der Königin des Himmels“ über…

Kurze Auszeit vom Desaster

Venezuelas kulturelle Überlebensstrategien Ein Beitrag von Peter B. Schumann* „Das Kulturzentrum Trasnocho bleibt bis auf weiteres geschlossen. Nach der Explosion eines Generators in Congresa ist die Stromversorgung völlig zusammengebrochen. Bevor das Problem nicht gelöst ist, können wir keine Vorstellungen durchführen.“ So heißt es seit Tagen auf der Webseite des berühmten Kulturzentrums Trasnocho in Caracas. Endlos…

Nicaraguas kritische Journalisten in Haft oder außer Landes getrieben

Seit dem Aufstand der Bürgergesellschaft gegen eine Rentenreform 2018 gehen Präsident Ortega und Vizepräsidentin Murillo gewaltsam gegen die Opposition und auch die Medien vor, die letzte Bastion des öffentlichen Widerstands, nachdem jegliche Demonstrationen verboten wurden. Ein Beitrag von Peter B. Schumann* „Miguel Mora hat wie viele andere in seinem TV-Programm lediglich Informationen verbreitet. Das hat…

Gioconda Belli in Deutschland

Am 15. November erhielt sie in Darmstadt den Herrmann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums, nun ist sie erneut in Deutschland unterwegs: Gioconda Belli, die lange die Stimme der sandinistischen Befreiungsfront war, bis sie sich Anfang der 1990er Jahre von den Sandinisten abwendet, spricht über die hochbrisante politische Lage Nicaraguas und liest aus ihrem Werk.

„Manchmal waren wir so durcheinander, dass wir die Sängerin krähen und den Hahn Tangos singen ließen“

… erinnert sich – Jahrzehnte später – der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes an die Zusammenarbeit mit Gabriel García Márquez im Jahr 1964, als sie  gemeinsam das Drehbuch zu der Verfilmung von Juan Rulfos Erzählung El Gallo de Oro verfassten. Am Ende hätte ihn ‚Gabo‘ gefragt: Wollen wir wirklich den mexikanischen Film retten oder doch lieber unsere Romane…

„Der goldene Hahn“

„El gallo de oro“ (1964) – ein Klassiker des mexikanischen Kinos – basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Juan Rulfo, die in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Der goldene Hahn“ 1984 bei Hanser erschienen ist. Rulfo erzählt hier die Geschichte des bettelarmen Dionisio Pinzón aus San Miguel de Milagro, der durch einen außergewöhnlichen Hahn  zu…

Laudatio auf Peter B. Schumann

  Anlässlich des Ausscheidens von Peter B. Schumann aus dem Amt des Geschäftsführenden Vorsitzenden im Verein der Freunde des Ibero-Amerikanischen Instituts wirft Susanne Klengel, einst Mitgründerin des Vereins und seitdem aktives Vorstandsmitglied, einen Blick zurück auf eine bald zwanzigjährige Zusammenarbeit.

Nicaragua-Protestbewegung setzt auf Kultur statt Ideologie

Im politischen Feuilleton des Hörfunksenders Deutschlandfunk Kultur kritisierte der Journalist Reinhard Mohr vor einigen Wochen das „dröhnende Schweigen der Linken“ zu dem Drama in Nicaragua, wo der einst berühmteste Vertreter der sandinistischen Revolution und heutige Präsident, Daniel Ortega, inzwischen selbst zum Unterdrücker wurde und auf den Protest im Land mit Gewalt und Terror reagiert. In…

Brasilien 1968

Das Jahr, in dem die politische Zensur die Populärmusik entdeckte Nach dem Putsch im Jahr 1964 hatte das brasilianische Militär die populäre Musik des Landes noch eine ganze Weile nicht auf dem Radar. Vielmehr begrüßte es die lukrative Entwicklung in der Musikindustrie in Form eines wachsenden Schallplattenmarkts. Zumal sich die steigenden Verkaufszahlen der Beliebtheit von…

Über brasilianisches Theater in Zeiten militärischer Unterdrückung

Ein Vortrag von Henry Thorau Am Dienstag, 27. November, 18 Uhr,  im Simón-Bolívar-Saal des IAI Vor genau 50 Jahren, am 1. Dezember 1968,  verschärfte sich in Brasilien mit der Verabschiedung des  sogenannten ‚Fünften Institutionellen Akts‘ die Militärdiktatur. Die staatsbürgerlichen Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt, die Verfassung aufgehoben, kulturelle Entfaltungsmöglichkeiten massiv eingeschränkt und  Presse- sowie  Versammlungsfreiheit…

Latinos und Berlin

Eine Beziehung, die nicht rostet. In Zeiten lateinamerikanischer Militärdiktaturen waren es die politischen Emigranten, die in Berlin (Ost und West) ‚überwinterten‘ und von hier aus auf die unter den Diktaturen leidende Kultur ihrer Länder hinwiesen. Später entdeckten die Künstler*innen und Kreativen das Potential Berlins und machten die Stadt zu ihrem Lebensmittelpunkt.